Geroldswil Gemeindenachrichten 4/15

41 Vereine S Chränzli vom Heimetchor Limmiggruess Chränzli? Ja, ein altehr- würdiger Ausdruck für eine Abendunterhaltung  – äh –, einen Event. Chränzli tönt so richtig bieder, aber was alles dahinter steckt. Der Chor übt während rund neun Monaten mehrere neue Lieder ein, die Theater-Trup- pe probt ein neues Stück an zahlreichen Abenden, Requisiten und Kulissen werden zusammengestellt, die Inseratenwerber für das Festprogramm kontaktieren örtli- che Gewerbebetriebe, das Programmheft muss gestaltet, in Druck gegeben, später verpackt, adressiert und versandt werden, die Tombola mit gluschtigen Preisen muss vorbereitet und zweimal als Gabentisch aufgebaut werden, Speisen und Getränke werden bestellt, Küchen- und Serviceper- sonal wird angeheuert, die Chörli-Aktiven backen Kuchen und Torten, natürlich gra- tis, Unterhaltungs- und Tanzmusik wird organisiert und dann heisst es den Saal einrichten, dekorieren, die Kulissen auf- bauen, die Getränke kühl stellen, die reservierten Plätze markieren und, und ... Viel Arbeit, fast übers ganze Jahr verteilt, mit rund 40 Personen in unterschiedlichen Funktionen und nahezu alles ehrenamtlich. Das klappte vor zwanzig Jahren mehrheit- lich mit Hilfe der Sängerinnen und Sänger. Der Chor zählte 1986 noch 33 Aktive, im Jahr 1996 noch deren 27. Heute sind noch 15 Aktive im Verein. Die vielen freiwilligen Helfer und die Chörli-Aktiven bilden aber eine verschworene Truppe, die den Plausch hat, zusammen einen sympathi- schen Anlass zu realisieren, an dem die Gäste aus der Region einen gemütlichen Abend geniessen können, an demman sich wieder einmal trifft und Zeit hat zum Plau- dern und Lachen. Gar nicht mehr selbst- verständlich in dieser Zeit und Region bei all dem Verlust von Gaststätten und Tradi- tionsvereinen. Es ist geschafft, das Chränzli ist Geschich- te. An beiden Abenden kamen zahlreiche treue Gäste, am Freitag, 6. November, traditionsgemäss mehr Besucher als am Samstag, 7. November, auch Trachtenleu- te aus Nachbargemeinden, aber es ist eine neue Zeit: Obwohl die Tombolalose immer noch zu einem Franken zu haben waren und die Zahl der Lose reduziert wurde, lief der Losverkauf harzig. Die Tanzmusik war nahezu überflüssig! Keiner der Gäste fand den Weg auf die Tanzbühne, nur wenige Chörli-Aktive nutzten hie und da die Gele- genheit. Um Mitternacht herrschte allge- meine Aufbruchstimmung. Die Lieder gelangen recht gut, es wurde auch geklatscht, und beim Theater gab es viele Lacher und mehrmals Szenenapplaus. Kurz nach Mitternacht verliessen die letz- ten Gäste mit ihren Tombolapreisen die Gmeindsschür. Was für ein Unterschied zu Anlässen vor 20 oder gar 30 Jahren, als auch um drei Uhr morgens noch getanzt wurde. Eben, eine neue Ära, andere Mass- stäbe. Wir Sänger aber freuen uns schon auf das nächste Chränzli im November 2016, im siebzigsten Vereinsjahr, und hoffen auch immer noch auf Chor-Zuwachs, der drin- gend nötig wäre, um ein gutes Lieder- Repertoire zu erhalten. Haben Sie bis hierher durchgehalten, die- sen Artikel mit Musse gelesen? Gut, ich gratuliere Ihnen. Nehmen Sie sich jetzt bit- te noch einen kurzen Moment Zeit, um in sich hineinzuhören! Ist da nicht eine leise Regung zu spüren, bei unserer Gemein- schaft hereinzuschauen? Wir proben im- mer am Dienstagabend ab 20 Uhr imMehr- zwecksaal des Schulhauses Huebwiesen in Geroldswil. Man kann ganz unverbind- lich an einer Probe dabei sein, zuhören oder gar mitsingen, denn Notenlesen ist bei uns keine Bedingung. Singen ist ge- sund (medizinisch erwiesen) und fördert das Wohlbefinden. Na, also! Theaterszene in der Gmeindsschür Oetwil a. d. Limmat

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjk4MTY2