Geroldswil Gemeindenachrichten 2/20
47 Senioren Aktuell zeigt sich gut, wieanpassungsfähigdie Gesellschaf t und wir Menschen im Einzelnen sind: In Kürze haben wir in der Coronazeit die gesundheitlichen Empfehlungen um- gesetzt. Es entstanden neue Netzwerke, unbekannte Nachbarn halfen, und es gab Solidaritätsbekundungen mit Personen, die Herausragendes leisteten. «Gesundheit ist die Fähigkeit, sich anzu- passen», schrieb der französischeArzt und Philosoph Georges Canguilhem. Das gilt bei allen Krankheiten, bei Behinderungen oder nach Unfällen. Selbst dann, wenn wir dasGefühl haben, nichtmehr klarzukommen, haben wir noch vieles selber in der Hand: Erinnern Sie sich, welche schwierigen Si- tuationen Sie schon bewältigt haben?Was haben Sie daraus gelernt? Was hat Ihnen geholfen? Sind Sie heute vielleicht besser darin, sich Hilfe zu holen? Anpassung beginnt im Kleinen: Zum Bei- spiel, wenn man schlecht zu Fuss ist und sich einen Gehstock zulegt. Wenn man die Zeitung kaum mehr lesen kann und sich eine neue Brille besorgt. Oder wenn man sich eine Reinigungshilfe leistet, statt nach dem Wohnungsputz tagelang unter Schmerzen zu leiden. Es geht immer darum, sich auf die eigene gesundheitliche Situ- ation einzustellen und an seinem persön- lichen Lebensgefühl, dem eigenen Glück, zu arbeiten. Gesundheit und Glück hängen weniger davon ab, wie schwierig eine persönliche Situation ist, als vielmehr davon, wie man siewahrnimmt undwiemanmit ihr umgeht. Die Kunst besteht darin, sich auf das Gute zu konzentrieren. Diese positive Lebens- einstellung hat der belgische Psychiater Luc Isebaert, in «Drei Fragen zum glückli- chen Leben» gefasst, die man sich jeden Abend stellen und schriftlich beantworten sollte: • Was habe ich heute gemacht, worüber ich mit mir zufrieden bin? • Was hat jemand anderes gemacht, worüber ich zufrieden sein kann? Habe ich so darauf reagiert, dass diese Person motiviert ist, es noch einmal zu tun? • Was ist mir sonst noch passiert? Was habe ich gesehen, gehört, gespürt, gerochen, was mich zufrieden macht oder wofür ich dankbar bin? Unser Gehirn hat eine spezielle Fähigkeit: Es gewöhnt sich an unsere Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen – im Guten wie im Schlechten. Die Beantwor- tung der drei Fragen stimmt uns positiv. Uns wird bewusst, dass wir im Alltag kleine Heldentaten vollbringen und stolz darauf sein dürfen. Isebaert sagt, es brau- che für eine dauerhafte Veränderung mindestens 21 Tage. Ist das nicht einen Versuch wert? Beatrice Feusi, Leiterin Corinne Halbheer, Fachmitarbeiterin Anlaufstelle Gesundheit und Alter rechtes Limmattal Für Ihre Fragen: Telefon 043 455 10 17 oder: beratung@gesundheit-limmattal.ch Ergänzende Informationen und weitere Tipps auf: www.gesundheit-limmattal.ch «Gesundheit ist die Fähigkeit, sich anzupassen»
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