Geroldswil Gemeindenachrichten 4/20
46 Vereine Aus der Anfangszeit des Heimetchors Limmiggruess Oetwil-Geroldswil Die Gründung des Heimetchors Limmiggruess erfolgte in der Nachkriegszeit in der Zeit der Besinnung auf schweizerische Werte wie Bodenständigkeit, Bauerntum, Behauptung der Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein. Viele der frühen Auftritte des Chörli spiegelten diesen Zeitgeist. Singproben von Laienchören sind gemäss Bundesrat ab Ende Oktober 2020 vorläufig nicht mehr gestattet. Ha, das hat uns ge- rade noch gefehlt! Unsere Proben wurden BAG-regelkonform im Lettenschulhaus abgehalten. Kein Händeschütteln, Abstand zwi- schen den Stühlen 1,5 m, und jetzt das. Die Corona-Pandemie hatte uns im Frühjahr schon den beliebten Altersnachmittag in der Gmeindsschür Oetwil a.d.L. vermiest, und jetzt: keine Sing- proben, keine Abendunterhaltung, keine Chlausfeier und auch kein Adventssingen auf demOetwiler Dorfplatz. Das Vereinsleben ist völlig lahmgelegt. Dabei hätten wir eigentlich Grund zum Feiern: Unser Verein wird in wenigen Monaten 75 Jahre alt. Da auch ein Jubiläumsfest im kommenden Jahr eher unwahrscheinlich scheint, lohnt sich dafür umso mehr ein Blick zurück in die Anfangszeit unseres Vereins. Gründung im ländlichem Umfeld Gründung unter der Federführung von Landwirt Adolf Lienberger im kleinen Bauerndorf Oetwil a.d.L., das damals, im Jahr 1946, rund 250 Einwohner zählte. Nebst mehreren Bauernhöfen gab es da am Limmatufer die Seidenzwirnerei Wettstein, wo gegen ein- hundert Personen arbeiteten. Im Bauerndorf Geroldswil mit sei- nen damals etwa 350 Einwohnern befanden sich noch einige Grossgärtnereien, aber keine Industrie. Von Beginn weg betrug der Chorbestand über 30 zumeist junge Frauen undMänner aus Oetwil und Geroldswil. Mit viel Elan wur- den unter der ehrenamtlichen Leitung von Primarlehrer Paul Hotz viele Lieder gelernt, vorwiegend aus dem Liederbuch von Ignaz Heim (7. 3. 1818 bis 3. 12. 1880). Dieses fast 500 Seiten umfassen- de Buch war bis vor etwa 30 Jahren die Hauptquelle des von unserem Verein einstudierten Liedergutes. Geprobt wurde in einem Klassenzimmer des Schulhauses Letten. Vaterländischer Geist Schon bald fand die Feuerprobe des Chores statt. Die Gemeinde- räte von Oetwil und Geroldswil planten 1946 eine würdige 1.-Au- gust-Feier auf dem Schulhausplatz Letten. Der «Vaterländische Geist» dieser Veranstaltung fand auch Erwähnung im «Limmat- taler Tagblatt» vom 31. Juli 1946, auszugsweise mit folgendem Text: «Nach den Vorbereitungen zu schliessen, verspricht die diesjährige Feier zu einer prachtvollen Demonstration vaterlän- dischen Geistes zu werden.» Das Chörli sang vier bodenständige Lieder, der Turnverein zeigte eine Schau und es wurde ein Alpreigen aufgeführt. Der ländlich- konservative Geist der Nachkriegszeit wurde mit viel Herzblut zelebriert. Das zeigte sich auch in den weiteren Aktivitäten des Heimetchörlis Limmiggruess. Ad-hoc-Chorauftritt zur Trauung Am 4. Januar 1947 organsierte das Chörli im Restaurant Glanzen- burg, Geroldswil, einen «Berchtoldshock», war dabei aber noch weitgehend unter sich. Das Wirtstöchterlein, Edith von Nieder- häusern, Aktive imChor, gab dabei bekannt, sie heirate demnächst den strammen Kantonspolizisten Oskar Mötteli und das Chörli sang an der Trauung am 14. Januar in der Weininger Kirche zwei kurzfristig einstudierte Lieder. Der Vereinsgründer Adolf Lienberger mit seinen Pferden
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