Geroldswil Gemeindenachrichten 1/21
40 Vereine Der Heimetchor Limmiggruess im Homeoffice Trotz Trachten bei Auftritten und heimatver- bundenem Liedergut: unser Chor geht mit der Zeit. Seit Dezember 2020 üben wir einige Lie- der daheim, jede(r) für sich allein vor dem Computer oder Laptop. Unser Chorleiter, der Musik-Profi Stani Zalar, sandte uns per E-Mail mehrere Lieder, je für die richtige Stimmlage, was uns ermöglicht, zu Hause zu üben. Ja, ja, die moderne Zeit hats in sich. Aber auch früher, vor über 50 Jahren, war unser Chörli einfallsreich und aussergewöhnlich! Ein paar Müsterchen sollen das hier belegen: Reisen war damals, ich rede von den 50er- und 60er-Jahren, kei- neswegs so populär wie heute. Einerseits waren die Löhne meist knapp genug für den normalen Lebensunterhalt, anderseits hat- te man noch nicht so viele Wochen Ferien wie heute. Die Land- wirte unter uns hatten eigentlich gar keine Ferien. Es reichte immerhin einmal für zwei oder sogar drei Tage an einemWochen- ende. Jedes aktive Chörlimitglied bezahlte bei jeder Probe 50 Rappen in eine Reisekasse. Das gab ein bescheidenes Grundkapital für eine Vereinsreise. Die erste Vereinsreise in einem Tag führte im Juli 1947 im Autocar über den Oberalp-Pass, mit Mittagessen in Sedrun und kostete pro Person 24 Franken. Heimfahrt dem Wa- lensee entlang und über den Kerenzerberg, denn die Strasse dem See entlang gabs noch nicht. Im folgenden Jahr steigerten man sich zu einer «Zweitägigen» ins Berner Oberland. Um 06.00 Uhr fanden sich alle beimBahnhof Dietikon ein, die meisten zu Fuss oder mit dem Velo. Beim Um- steigen in Bern kam es Marty Schmid in den Sinn, dass sie ihr Velo nicht abgeschlossen hatte und ein SBB-Angestellter tele- fonierte nach Dietikon, wo der Bahnhofvorstand das Velo holte und in Verwahrung nahm. Von Thun nach Interlaken fuhr man mit dem Schiff und viele ausländische Touristen fotografierten und filmten die Trachtenfrauen. Auf der Schynigen Platte trennten sich Wanderer und Nichtwanderer. Die Sportlichen stiegen aufs Faulhorn und übernachteten dort im Massenlager, während die andern nach Grindelwald hinabfuhren und in Notunterkünften schliefen, weil es mit der Hotelreservation irgendwie nicht ge- klappt hatte. – Der Reisebericht aus der Feder von Aktuarin Hei- di Bühler in Versform, auf ganzen elf Seiten, war so detailliert, dass man fast das Gefühl bekommt, einen Film zu sehen.
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