Geroldswil Gemeindenachrichten 1/21

55 Senioren Patientenverfügung in Zeiten von Corona Wenn man sich für die Behandlung zu Hau- se entscheidet, muss in Ergänzung zu am- bulanten Diensten wie der Spitex rechtes Limmattal eine palliative Betreuung orga- nisiert werden. Dafür bietet sich die Stif- tung Palliaviva an (www.palliaviva.ch ). Was Sie auch noch wissen müssen Wenn Ihre bestehende Patientenverfü- gung im Grundsatz Ihrem aktuellen Willen in Bezug auf lebensverlängernde Mass- nahmen auch im Fall einer schweren In- fektionskrankheit mit dem Coronavirus entspricht, muss sie nicht angepasst wer- den. Andernfalls kann ein zusätzlicher, datierter und unterschriebener Hinweis in der Verfügung oder auf einem angehefte- ten Zusatzblatt festgehalten werden. Wenn Sie eine Patientenverfügung oder eine Patientenvollmacht erstellen wollen, finden Sie die wichtigsten Informationen dazu auf unserer Website oder einem Merkblatt, das wir Ihnen gerne abgeben. Wichtig ist, dass Ihre Patientenverfügung oder Vollmacht Ihren Angehörigen und Ärzten in einer Notfallsituation zur Verfü- gung steht. Bewahren Sie dieses wichtige Papier deshalb so auf, dass es für jede Person zugänglich ist, zumBeispiel auf der Innenseite der Wohnungstür oder bei den Medikamenten. Dieser Punkt ist gerade in Zeiten von Corona besonders wichtig. Das Thema Patienten- verfügung ist wegen der Corona-Pandemie mit den teilweise schweren und tödlichen Verläufen aktueller denn je. Es kann sein, dass sich der Gesundheits- zustand schnell verschlechtert. Das gilt nicht nur für ältere Menschen. Daher ist es wichtig, bereits in gesunden Tagen fest- zuhalten, welche Behandlung man sich bei einem schweren, mit Urteilsunfähigkeit verbundenen Verlauf wünscht. Damit hilft man den vertretungsberechtigten Perso- nen und dem Ärzteteam. Wir empfehlen, sich gut über die Sympto- me, Verlaufs- und Behandlungsmöglich- keiten in schweren Corona-Fällen zu infor- mieren. Folgende Fragen sind dabei zentral: • Wie gross ist mein Lebenswille auf einer Skala von 0 bis 10? • Welche Bedeutung hat es für mich, noch (lange) weiterzuleben? • Wäre ich bereit, mich auf einer Intensiv- station behandeln zulassen? • Wäre ich auch einverstanden mit einer künstlichen Beatmung? Nicht alle Betroffenen können oder wollen zu Hause behandelt werden oder sterben; sie fühlen sich im Spital besser aufgeho- ben, möchten dort aber auf eine normale Abteilungmit palliativer Betreuung, jedoch ohne intensivmedizinische Behandlung kommen. Es ist auch möglich, sich für eine Behandlung auf der Intensivstation zu ent- scheiden, aber ausdrücklich auf eine künstliche Beatmung zu verzichten. Beatrice Feusi, Leiterin Corinne Halbheer, Fachmitarbeiterin Anlaufstelle Gesundheit und Alter rechtes Limmattal Für Ihre Fragen: Telefon 043 455 10 17 oder: beratung@gesundheit-limmattal.ch Ergänzende Informationen und weitere Tipps auf: www.gesundheit-limmattal.ch

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjk4MTY2