Geroldswil Gemeindenachrichten 1/22

Gemeinde 35 Neue Jugendarbeit unterwegs Seit Dezember letzten Jahres hat Geroldswil eine Jugend- arbeiterin, die die Jugendli- chen an beliebten Treffpunk- ten auf dem Gemeindegebiet aufsucht. Nach zweiMonaten zieht Zoe Bettenmann eine erste Bilanz. An ihrer roten Jacke erkennen sie die Jugendlichen schon von Weitem und winken ihr zu: Nach zwei Monaten im Einsatz ist die neue Jugendarbeiterin Zoe Bettenmann den meis- ten Jugendlichen in Geroldswil bekannt. Sie geht zur Gruppe hin und fragt sie nach ihren Plänen fürs Wochenende. Die fröhliche Unterhaltung über Abmachen im Dorf und Ausschlafen, die sich daraus entspinnt, offenbart das gute Verhältnis zwischen der Jugendarbeiterin und den Jugendlichen. Die 24-Jährige freut sich, dass sie auf Anhieb freundlich emp- fangen worden ist: «Da offene Jugendarbeit auf Freiwilligkeit basiert, ist eine gute Beziehung die Grundvoraussetzung, um überhaupt wirken zu können.» Ist ein Vertrauensverhältnis erst einmal aufgebaut, wird die Jugendarbeit zu einem wichtigen Pfeiler im sozialen Umfeld der Jugendlichen. Hier finden sie eine Ansprechperson, die keine Erwartungen an Leistung und Lebens- entwurf stellt, die immer ein offenes Ohr hat und die hilft, eigene Ideen in der Gemeinde umzusetzen. Vermittelnde Rolle In ihrer aufsuchenden Arbeit begegnet Zoe Bet tenmann den Jugendlichen dort, wo sie sich in ihrer Freizeit am liebsten auf- halten: auf dem Dor fplatz, den Schularealen Huebwies und Fahrweid oder bei den Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum. Dort also, wo Jugendliche erstmals eigenständig mit ihrer Umwelt in Kontakt treten, soziales Verhalten einüben und sich auf diese Weise nach und nach in die Gesellschaf t integrieren. Dieses wichtige Verhalten führt hier wie überall manchmal zu Konflikten mit Erwachsenen. Auch wenn Jugendarbeit in solchen Fällen weder Auftrag noch Handhabe hat, für Recht und Ordnung zu sorgen, so wirkt ihre Beziehungsarbeit doch langfristig beruhigend und präventiv. Tatsächlich sieht sich Zoe Bettenmann denn auch in der Rolle der Vermittlerin: «Wenn man mit Jugendlichen regelmässig in Kontakt ist, sich für sie interessiert und sie ernst nimmt, empfin- den sie auch Gespräche über störendes Verhalten nicht als Angriff», erklärt sie. Jugendliche Bedürfnisse erkennen Nicht minder wichtig sei, die Gesellschaf t umgekehrt auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zu sensibilisieren: «Sie haben keine eigenen Räume, in die sie Freunde einladen können. Ihre Stube ist der öffentliche Raum.» Wenn sie überall vertrieben würden und das Gefühl bekämen, unerwünscht zu sein, mache sich Frust breit. Nach zwei Jahren, in denen die Pandemie Treff- möglichkeiten für Jugendliche stark eingeschränkt habe, sei es umso wichtiger, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Gemeinsam mit dem Jugendbeauftragten Marco Bezjak hat sie deshalb als erstes Projekt eine offene Turnhalle organisiert. In den nächsten Wochen werden die Turnhalle Fahrweid und die Turnhalle Huebwies je zweimal an Samstagabenden für Jugend- liche geöffnet. Besucherinnen und Besucher dürfen Halle und Geräte nach eigenenWünschen nutzen: etwa für Ballspiele oder Tanzen oder auch einfach zum gemütlichen Zusammensitzen und Plaudern. Nach zwei Monaten in Geroldswil zieht die junge Jugendarbei- terin eine positive Bilanz: «Ich erlebe die Jugendlichen hier als offen, freundlich und initiativ», sagt sie. Sie freue sich nun, auch die Vernetzungspartnerinnenwie kirchliche Jugendarbeit, Schul- sozialarbeit, Schulleitung Gemeindeverwaltung und Polizei näher kennenzulernen. Kontakt und Informationen Aktuelle Termine zur offenen Halle und interessante Elternratgeber zu Themen wie Stress, digitale Medien oder Konsum finden Sie auf jugendarbeit-geroldswil.ch Marco Bezjak, regionaler Jugendbeauftragter, marco.bezjak@mojuga.ch , 079 941 34 44

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