24 Gemeinde «Levum – levum – levum!» (links – links – links). So tönte es auf dem Areal des einstigen Legionslagers von Vindonissa, heute Windisch. Insgesamt 23 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen der zweiten Oberstufe waren am Nachmittag des 12. September in die römische Armee eingerückt. Für einen Tag durften sie unter Anleitung von Museumspädagogen des Museums Aargau Legionäre und Legionärinnen sein. Das bedeutete: einen halben Tag lang marschieren, kämpfen, kochen, essen und nachts in den Kontubernien schlafen wie 2000 Jahre vor ihnen die Legionäre, bevor es dann wieder ins Alltagsleben an die Oberstufe zurückging. Wie immer machte es besonders Spass, wenn man das Pilum – natürlich mit Wurfspitze aus weichem Plastik – auf die eigenen Kollegen werfen durfte, während diese in Schildkröten-Formation anrückten. Dass Kollektivstrafen in der römischen Armee Alltag waren, erlebten die Schüler auch ganz direkt in Form von vielen Liegestützen, etwa wenn jemand nicht zuhörte oder es beim Wasserholen an Tempo fehlen liess. Kein falsches Mitleid: Die 23 Schülerinnen und Schüler wussten, was auf sie zukam. Der Ausflug nach Vindonissa war wie immer Teil des Tages der Geschichte, der stets im September, dieses Jahr am 12. und am 13. des Monats, für die Schüler- /innen der jeweiligen zweiten Oberstufe ausgerichtet wird. Dabei können sich die Schüler für eines von sieben Angeboten entscheiden. Eines davon war eben der Tag bei den Römern. Zwei weitere Gruppen waren auf Schloss Wildegg unterwegs, wo man den Umgang mit Heilkräutern lernte und selber Salben produzierte oder einen Rundgang durchs Schloss machte und dabei von einer Magd in manche (Tuschel-) Geheimnisse der einstigen Schlossbewohner eingeweiht wurde. Ein Falkner berichtete zudem über seine Arbeit mit einem Falken, der sich zur Erleichterung der Schüler auch ganz manierlich benahm. Auf Schloss Lenzburg wiederum mühte sich eine grosse Schar von frisch ausgebildeten Bogenschützen, auch auf Distanz eine Wildsau zu treffen, was gar nicht so einfach war, selbst wenn die Wildsau aus Karton war und sich nicht vom Fleck bewegte. Bei all diesen Angeboten, also nicht nur in Vindonissa, sind es stets Mitarbeiter des Museums Aargau, die den Interessierten viel Neues aus der Zeit der Römer, des Mittelalters und auch der Frühen Neuzeit beibringen. Ins frühere 20. Jahrhundert tauchten zwei weitere Gruppen ein. Eine davon war mit etwa 30 Schülern recht gross. Sie besichtigte die kleine Artilleriefestung Reuenthal, die vor rund 80 Jahren einen damals gefährdeten Abschnitt der Schweizer Grenze um Koblenz schützen sollte. Die meterdicken Betonmauern und alten Geschütze verfehlten ihren Eindruck nicht, auch wenn die Anlage selbst schon bald einmal veraltet war und kaum je einen Schuss abfeuerte. Heute wird sie liebevoll gepflegt und steht an Wochenenden der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Flieger- und Flabmuseum auf dem ehemaligen Militärflughafen Dübendorf zeigt wiederum die Anfänge der Militärfliegerei in der Schweiz. Manche der fast 20 Schüler staunten, als sie erfuhren, dass Holz damals ein wesentlicher Bestandteil vieler Flugzeuge war, gerade auch im militärischen Bereich. Was man so von den einzelnen Klassenlehrkräften zu hören bekam, vermochte auch in diesem Jahr der Tag der Geschichte viele Schüler/innen durchaus anzusprechen. Das nicht nur die jungen «Römer». Tag der Geschichte der Oberstufe Weiningen
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