26 Gemeinde Nach zwei Jahren, in denen eine Offene Jugendarbeit in Geroldswil tätig war, ist eine detaillierte Auswertung möglich. Die Erfahrungen zeigen: Nicht nur die Jugendlichen, sondern alle Einwohnenden profitieren vom Angebot. Als sich vor zwei Jahren die Beschwerden aus der Bevölkerung über die Jugendlichen häuften, beschloss der Gemeinderat, zu handeln. Um die Wirkung einer Offenen Jugendarbeit zu testen, engagierte er im Rahmen einer Pilotphase die MOJUGA Stiftung für Kinder- und Jugendförderung mit zwei Fachpersonen mit jeweils niedrigen Pensen, koordiniert von einem Regionalen Jugendbeauftragten. Die Idee war, herauszufinden, ob sich die Situation beruhigt, wenn Jugendliche in ihrer Freizeit begleitet sind und Angebote bekommen. Da den Jugendlichen in der Gemeinde keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, konzentrierten sich die Jugendarbeitenden auf die aufsuchende Arbeit, das heisst, sie waren jeweils für rund acht Stunden pro Woche auf dem Gemeindegebiet unterwegs, knüpften Kontakte zu Jugendlichen, boten sich für Gespräche und gemeinsame Spiele an. Vor allem der Dorfplatz und das Schulgebiet Fahrweid werden von den Jugendlichen stark frequentiert. Im Zentrum treffen die Jugendlichen auf andere Einwohnende, was zu Nutzungskonflikten führt. Die intensiven Kontakte haben nun gezeigt, dass jene Jugendlichen, die tatsächlich ein störendes Verhalten an den Tag legen – etwa für Littering oder Vandalismus verantwortlich sind –, einen Bruchteil ausmachen. Die allermeisten verhalten sich angepasst, ruhig und ordentlich. Die Jugendarbeitenden haben in zahlreichen Gesprächen herausgehört, dass sowohl die einen als auch die anderen das Gefühl haben, nirgendwo willkommen zu sein. Nicht genutzte Orte Dass eigens für sie bereitgestellte Orte dieses Gefühl lindern könnten, ist ein Missverständnis. Das Moos oder das Werd nutzen sie deshalb kaum, weil beide Orte nicht auf ihren Bewegungsrouten liegen. Das ist normales, jugendtypisches Verhalten, auf das die Gemeinde kaum Einfluss nehmen kann. Vielmehr geht es darum, dass die Jugendarbeitenden beide Seiten, die Jugendlichen und die älteren Generationen, für die Bedürfnisse der jeweils anderen sensibilisieren. MOJUGA: Pilotphase Jugendarbeit zu Ende Die Offene Halle bezweckt in erster Linie, Begegnungsmöglichkeiten unter Jugendlichen zu schaffen
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