Geroldswil Gemeindenachrichten 4/16
In einer klei nen aargaui schen Gemeinde hat Servicetechniker An dré Nauer eine Anlage in Betrieb genommen, die zwei Quellen miteinander kombiniert. Während die Sole-Wasser- Wärmepumpe dieWärmeenergie aus dem Erdreich bezieht, sorgen die Kollektoren auf dem Dach dafür, dass mit der Gratis energie der Sonne möglichst viel Strom bei der Trinkwassererwärmung einge spart wird. Sanitärinstallateur und Servicetechniker André Nauer hat diesen Frühling die Kom- bispeicheranlage der Firma Weishaupt im neuen Familienhaus eingeweiht. Sie steht imNeubau auf dem elterlichen Grundstück im heimischen Oberwil-Lieli im Reusstal im Bezirk Bremgarten gelegen, ganz nah an der Grenze zum Kanton Zürich. Die An- lage ist so konzipiert, dass sie die Sonnen- energie optimal nutzt. Wir haben einen 910-Liter-Speicher, der nur über die Son- nenkollektoren aufgeheizt wird. Sobald genügend Sonnenenergie zur Verfügung steht, können wir noch zusätzlich 400 Liter Warmwasser erzeugen. Insgesamt verfü- gen wir damit über rund 1300 Liter Spei- cher für Solarenergie. Dies ermöglicht es uns, auch in den Übergangszeiten zu hei- zen und Warmwasser bereitzustellen. Grosszügiger Wärmespeicher Der Energiespeicher der Anlage besteht zu hundert Prozent aus Heizungswasser. 910 Liter werden mit den Solarkollektoren aufgeheizt. Zusätzlich wird weiteres Warmwasser auf über 80 Grad mit einer Umschichtpumpe aufgeheizt, und zwar so- lange genügend Sonnenenergie zur Verfü- gung steht. Die Wärmeenergie wird so- wohl für die Erzeugung von Warmwasser als auch für die Bodenheizung verwendet. Die Vorzüge spielt das System vor allem während der Übergangszeiten aus, also im Frühjahr und Herbst. Denn im Sommer be- nötigt man kaum Heizenergie. Die Fläche der Sonnenkollektoren beträgt 9,32 Qua- dratmeter. Sie sind in das Ziegeldach inte- griert und auf Ostsüdost ausgerichtet. «Während der warmen Jahreszeit scheint die Sonne von frühmorgens bis zirka 15 Uhr nachmittags direkt auf die Kollektoren», bestätigt Nauer. Die Leitidee für die Kombination der Sole- Wasser-Wärmepumpe mit Solarkollekto- ren bestand darin, möglichst viel Energie vom Dach herunterzuholen. «Bei einem Speicher von nur 200 oder 400 Litern wür- de die Solaranlage automatisch abschal- ten, sobald der Wärmespeicher sein Spei- cherpotenzial erschöpft hat, was ziemlich rasch erfolgt. Ziel war es, die Laufzeit der solarthermischen Anlage auf dem Dach zu erhöhen, indem wir einen grossen Ener- giespeicher installierten», erläutert der Sanitär- und Servicefachmann die Beweg- gründe. «Die Isolation des Speichers er- laubt uns, die Wärme über mehrere Tage Wärmeredundanz dank Sonnen- und Erdenergie 56 lang zu speichern. Wenn das Temperatur- maximum von 80 bis 90 Grad erreicht ist, stellt die Umwälzpumpe der Solaranlage automatisch ab und schaltet sich erst wie- der ein, wenn die Wärmeenergie aufge- braucht ist. Bei vergleichbaren Anlagen ohne Umschichtpumpe reicht diese Wär- me im Sommer üblicherweise meist eine Woche, bis die Solarpumpe wieder mit Aufheizen beginne», führt Nauer weiter aus. «Im Winter scheint die Sonne zwar nicht so stark, doch sobald nur ein wenig Wärme gespeichert wird, kann diese Ener- gie für die Heizung verwendet werden.» Zwischen dem eigentlichen Energiespei- cher und dem Warmwasserspeicher kommt eine sogenannte Umschichtpumpe zum Einsatz. Wie funktioniert diese eigent- lich? Fachmann Nauer erläutert: «Sowohl im Energie- wie im Trinkwasserspeicher haben wir Temperaturfühler installiert. So- bald die Temperatur im Energiespeicher höher ist als im Trinkwasserspeicher, kann die Wärme des Energiespeichers in den Trinkwasserspeicher gepumpt werden.» Zwei Sonden erzeugen Erdwärme Die installierte Sole-Wasser-Wärmepum- pe verfügt über zwei Bohrungen mit Erd- Gewerbe Kombispeicheranlage von Weishaupt mit Sole-Wasser-Wärmepumpe (links) und Energiespeicher (rechts) in Neubau der Familie Nauer, Oberwil-Lieli, AG Neubau der Familie Nauer in Oberwil-Lieli AG, mit Solarkollektoren unterhalb des Firsts auf der Ostseite des Daches Bilder: © Antonio Suárez
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