Geroldswil Gemeindenachrichten 4/18

Gemeinde 5 Von den offenen zu minimalinvasiven Operationen 1970 wurden praktisch alle Operationen am geöffneten Körper durchgeführt. Die mit dem Skalpell aufgeschnittene Öffnung wurde mit Klemmen und Haken offen ge­ halten. Der Arzt sah den ganzen Operati­ onsbereich und nahm die erforderlichen Operationen vor. Die Durchtrennung von Haut- und Gewebestrukturen verursachte grössere Blutverluste und die Wundhei­ lung stärkere Schmerzen. Die Beweglich­ keit war durch die Narbenbildung später manchmal beeinträchtigt. Durch die offenen Wunden konnten leichter Infektionen ent­ stehen. Während des Heilungsprozesses der grossenWunden blieben die Patienten /-innen längere Zeit im Spital. Oft folgten unmittelbar nach den Operationen noch Therapien. 2018 werden mit wenigen Ausnahmen die Operationen minimalinvasiv durchgeführt. Das Operationsgebiet (zum Beispiel der Bauch) wird mit CO 2 aufgeblasen. Durch kleine vom Chirurgen geschaffene Öffnun­ gen von 5 bis 12 mmwerden Rohre gesetzt, durch welche die Videokamera und alle für die Operationen notwendigen Instrumente eingeführt werden. Der Operateur sieht über den Bildschirmden Operationsbereich und bedient die Instrumente. In der Urologie wird der Operationsroboter Da Vinci ein­ gesetzt. Diese Operationen sind für die Patienten /-innen, insbesondere auch für ältere Menschen, wesentlich schonender (geringere Schmerzen und Blutverluste, rasche Erholung und nur noch wenige The­ rapien oder Rehabilitationen). Seit dem 1. Januar 2018 gilt der Grundsatz: «Ambulant vor stationär.» Die Gesund­ heitsdirektion des Kantons Zürich hat im Regelfall für 14 Operationen die ambulan­ te Behandlung verordnet (zum Beispiel Kniearthroskopie, Implantation eines Herz­ schrittmachers, Ballondilatation, Leisten­ bruch einseitig, Nierensteinzertrümmerung, Karpaltunnelsyndrom, Knochenimplantat­ entfernung). Die Patienten /-innen kommen zur Opera­ tion und sind nach einer erfolgreichen Be­ handlung am Abend wieder zu Hause in der gewohnten Umgebung. Mit dem neuen Spital werden die Voraussetzungen für die im Vormarsch begriffene Tageschirurgie optimiert. Die Tagesklinik verfügt über zwölf Betten. Von der schmerzhaften Hüftarthrose zum künstlichen Hüftgelenk Eine Hüftarthrose beeinträchtigt dieMobi­ lität stark. Lange halfen nur Physiotherapie, Schmerztabletten, Stöcke oder zuletzt oft nur noch der Rollstuhl. 1962 wurde in der Klinik Balgrist in Zürich zum ersten Mal ein künstliches Hüftgelenk implantiert. Ab 1973 wurden auch im Spital Limmattal künstliche Hüftgelenke (damals auch Sulzergelenke genannt) eingesetzt. 1973 erfolgte eine Operation noch offen und es musstenWeichteile und Muskelan­ sätze abgelöst werden. Der Patient befand sich zur Genesung und für die Therapie rund sechs Wochen im Spital. Operationssaal Spital Limmattal, 1970 Bild: Spital Limmattal Minimalinvasive Chirurgie mit dem Operationsroboter Da Vinci, 2018 Bild: Spital Limmattal

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