Geroldswil Gemeindenachrichten 3/22

18 Gemeinde Am 29. und 30. Oktober 1977, vor 45 Jahren, öffnete die Schul- und Gemeindebibliothek ihre Türen erstmals. Die Geschichte der Bibliothek begann allerdings schon 11 Jahre vorher, als mit der Projektierung des Gemeindezentrums begonnenwurde. MitWeitsicht wurde die Bibliothek von Anfang an bei der Planung vorgesehen. Die Finanzierung war damals wie heute ein grosses Thema und es wurde deshalb beschlossen, diverse politische Kreise mit einzubeziehen. So nahmen neben der Politischen Gemeinde Geroldswil die Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil, die Oberstufenschulgemeinde Weiningen und beide Kirchgemeinden in der sogenannten Bibliothekskommission Einsitz. Vor allem zwei Lehrer der Oberstufenschulgemeinde, Nino Marazzi und Fritz Senf t, haben mit ihrer Fachkenntnis bei der grossen Aufgabe, eine Bibliothek einzurichten, mitgeholfen. Für den Start war ein Bestand von 5000 bis 6000 Büchern geplant. Da man so viele Bücher nicht einkaufen konnte, startete man einen Aufruf im Dorf. Es wurde gebeten, dass jeder, der im Besitz nicht mehr gebrauchter neuerer Bücher war, diese für die Bibliothek zu spenden. Durch diese Aufforderung kam eine recht grosse Anzahl Bücher zusammen und so entstand der Grundstock der Bibliothek mit einer Mischung aus älteren und neuen Büchern. Für die Verantwortlichen war klar, dass das eine Übergangslösung sein würde. Mit der Zeit sollte durch die laufende Anschaffung von neuen und aktuellen Büchern der Bestand allmählich vergrössert und aktualisiert werden. 45 Jahre lang waren die Räumlichkeiten dieselben geblieben, optisch hat sich die Bibliothek jedoch auch in diesen Jahren stark verändert. Diewohl wichtigstenNeuerungenwaren dieAusleihtheke, die Abschaffung der Karteikarten und die Umstellung auf EDV. Stetig diversifizierendes Angebot Gross waren die Umbrüche bei der laufenden Aktualisierung des Bibliothekbestandes. Es erschienen immer wieder neue Medien auf dem Markt. Dies erforderte ein Umdenken bei den Mitarbeitenden und machte Grundsatzentscheide nötig: Welchen Neuheiten soll gefolgt werden, welchen nicht? So wurden über die Jahre Comics für Kinder und Jugendliche, Musik-CDs, Videokassetten und später DVDs, Hörbücher und zuletzt der E-Reader, das elektronische Buch, in den Bestand aufgenommen. Mit jedem neuen Medium explodierten die Ausleihzahlen. Das zeigt deutlich, dass es ein Bedürfnis der Leserschaft ist, neue Sachen auszuprobieren, bevor sie sich selbst in ein teures Abenteuer stürzt. 45 Jahre Bibliothek Geroldswil und Eröffnung der Bibliothek am neuen Standort Eine Bibliothek imWandel der Zeit Heute ist die Bibliothek nicht mehr hauptsächlich eine Bildungsstätte, die Wissen vermittelt, sondern ein Informationszentrum. Die Anforderung an die Bibliothek ist nicht mehr, einen vorgeschriebenen Bestand an Belletristik und Sachbüchern zu haben. Viel wichtiger ist es heute, dass jeder Kunde in der Bibliothek erfährt, wo er das gesuchteMediumausleihen kann. Die Bibliothek ist heute auch ein Erlebnis- und Begegnungsort. Es gibt Märchenstunden für Kinder, die Filmnacht für Jugendliche, Lesungen und Buchvorstellungen für die Erwachsenen. Bereits seit 44 Jahren besteht das Café Lit téraire. Jedes Mal darf es erneut auf eine treue Leserschaft zählen. So gibt es einige Teilnehmer, die von Anfang an dabei waren. Die neuen Anforderungen und die Änderungen im Bibliothekswesen veränderten auch die Aus- und Weiterbildung des Personals. Heute liegt der Fokus in der Ausbildung nicht mehr hauptsächlich

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