Gemeinde 17 Was ist das Verrückteste, das Sie bis jetzt gefunden haben? Lassen Sie mich das wie folgt ausdrücken: In meinem Gebiet finde ich am häufigsten Zigarettenstummel, das ist schon verrückt genug. Zigarettenstummel sind extrem langlebig und benötigen bis zu 15 Jahre, um sich in der Natur vollständig zu zersetzen. Laut Experten verseucht jeder achtlos weggeworfene Stummel bis zu 40 Liter Wasser, da er viele schädliche Chemikalien enthält. Dies führt zu einer erheblichen Umweltbelastung für die Gewässer und deren Lebewesen. Wo entsorgen Sie jeweils den gesammelten Abfall? Den gesammelten Abfall bringe ich entweder zum Werkhof oder zur Wertstoffsammelstelle, wo ich ihn den Mitarbeitenden übergebe. Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie freiwillig ein gewisses Gebiet säubern. Was motiviert Sie dazu? Ich bin seit Jahren als Volontärin auf einem Segelschiff im Mittelmeer von der Schweizer Organisation KYMA unter der Leitung von Dr. Silvia Frey (www.kyma-sea.org) tätig. Diese Organisation setzt sich für den Schutz des Lebens in den Ozeanen ein. Neben den positiven Tierbeobachtungen und -bestimmungen ist der schwimmende Abfall ein schmerzliches Thema. Wir sammeln Mikroplastik-Proben und zählen die verschiedenen Plastikpartikel. Diese verletzen Tiere. Diese fressen auch beispielsweise Plastiktüten und verhungern, weil ihre Mägen mit unverdaulichen Stoffen gefüllt sind. Oft hinterlassen Touristen an den Stränden ihren Müll. Ich bin immer wieder entsetzt, zu sehen, was Menschen einfach so zurücklassen. Diese Rücksichtslosigkeit macht mich betroffen und motiviert mich, in meinem Umfeld aktiv zu sein, um die Gesundheit und die Schönheit der Natur für meine Kinder und Enkelkinder zu bewahren. Als pensionierte Pflegefachfrau liegt mir die Gesundheit sehr am Herzen. Ich liebe die Natur, die Berge, unsere Gewässer und das Meer, und es ist wichtig, dass wir unser Verhalten überdenken, bevor es zu spät ist. Wie reagiert Ihr Umfeld auf die Raumpatenschaft? Mein Umfeld unterstützt mich dabei. Meine Enkelkinder zeigen grosses Interesse und helfen mir, wenn sie bei mir sind und ich eine Tour mache. Wie reagieren fremde Personen auf Ihren Einsatz? Passanten sprechen mich häufig an und zeigen Wertschätzung für mein Engagement. Einige erzählen mir, dass sie ebenfalls Müll aufsammeln, was zu interessanten Gesprächen führt. Manche bedanken sich, während andere mich skeptisch ansehen und davonlaufen. Denken Sie, dass Sie durch Ihren Einsatz auch andere Raumpaten motivieren können? Das ist eine schwierige Frage. Dass die Gemeinde mir die Aufgabe als Raumpatin überträgt, freut mich sehr. Ich werde versuchen, weitere engagierte Bewohner-/innen von Geroldswil zu motivieren. Es erfordert Überwindung und Stärke, den Müll anderer Menschen aufzusammeln, zu zweit oder noch besser in Gruppen. Möchten auch Sie aktiv zur Sauberkeit unserer Gemeinde beitragen? Wir freuen uns jederzeit über neue Raumpaten, die sich eines bestimmten Gebiets annehmen und mithelfen, Littering zu bekämpfen. Haben wir Ihr Interesse an einer Raumpatenschaft geweckt? Wollen Sie einen Beitrag zu einem sauberen Geroldswil leisten, dann dürfen Sie sich gerne direkt bei der IGSU unter www.igsu.ch – Raumpaten anmelden. Für weitere Auskünfte oder ein persönliches Vorgespräch steht Ihnen die Abteilung Bau und Infrastruktur unter Tel. 044 749 32 35 oder per E-Mail bau_infrastruktur@geroldswil.ch gerne zur Verfügung. Abfall an einem Strand des Mittelmeers
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