4 Gemeinde Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen Versorgungssicherheit Trinkwasser In der letzten Ausgabe der Gemeindenachrichten haben wir Sie über die Bedeutung des Trinkwassers, den empfohlenen privaten Notvorrat sowie den Notfalltreffpunkt informiert. Aufbauend auf diesen Informationen, möchten wir Sie nun vertieft über das Thema Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen, über die NotTrinkwasser-Abgabestellen in der Gemeinde Geroldswil sowie über eine grosse gemeinsame Notfallübung im September 2026 informieren. Die Trinkwasserversorgung im Limmattal Die Trinkwasserversorgung der Gemeinden Geroldswil, Oetwil an der Limmat und Weiningen erfolgt gemeinsam über die Gruppenwasserversorgung GOW. Diese stellt nun seit bald 75 Jahren die Wasserbeschaffung für das gesamte Verbandsgebiet sicher. Zu ihren Anlagen gehören unter anderem: • das Grundwasserpumpwerk Schanzen • die beiden Reservoire Moos (Geroldswil) und Guldiberg (Weiningen) • die grosskalibrigen Transportleitungen zwischen den Anlagen. Die Feinverteilung des Trinkwassers an die Bevölkerung erfolgt anschliessend über die jeweiligen gemeindeeigenen Verteilnetze der drei autonomen Wasserversorgungen. Jährlich werden für rund 13 000 Einwohnerinnen und Einwohner etwa 1,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser benötigt. Rund 90 Prozent dieses Trinkwassers stammen aus Grundwasser in Ufernähe der Limmat. Etwa die Hälfte wird durch das gruppeneigene Grundwasserpumpwerk Schanzen gefördert, die andere Hälfte durch das Pumpwerk Schönenwerd, welches zum Wasserwirtschaftsverband Limmattal (WVL) gehört. Die restlichen rund 10 Prozent werden durch Quellwassereinspeisungen der Gemeinden Oetwil a.d.L. und Weiningen gedeckt. Gemeinsames Notfall-Konzept statt Einzellösungen Grundsätzlich müsste jede Wasserversorgung über ein eigenes Konzept zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen verfügen. Aufgrund der engen technischen Vernetzung der drei gemeindeeigenen Wasserversorgungen und der zentralen Wasserbeschaffung über die GOW ist es jedoch kaum vorstellbar, dass nur eine einzelne Gemeinde von einer schweren Mangellage betroffen wäre. Aus diesem Grund wurde die Verantwortung für die Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen der Gruppenwasserversorgung GOW übertragen. Gemeinsam wurde ein umfassendes, über 200 Seiten starkes Notfallkonzept erarbeitet und von allen Verbandsgemeinden genehmigt. Dieses Konzept behandelt eine Vielzahl denkbarer Szenarien, von technischen Störungen über Naturereignisse bis hin zu ausserordentlichen Lagen wie Sabotage oder anderen sicherheitsrelevanten Ereignissen. Unter einer schweren Mangellage versteht man eine Situation, in der die normale Versorgung mit Trinkwasser erheblich gefährdet, stark eingeschränkt oder gar verunmöglicht ist. Was passiert bei einer schweren Störung? Kommt es zu einer grösseren Störung oder zu einem längeren Unterbruch der Trinkwasserversorgung, beispielsweise infolge eines starken Erdbebens, tritt die Gemeindeführungsorganisation (GFO) in Aktion. Die Umsetzung des umfassenden Notfallkonzepts benötigt jedoch Zeit. Deshalb gilt ein zentraler Grundsatz: In den ersten drei Tagen ist die Bevölkerung selbst verantwortlich. In dieser Phase kommt der empfohlene private Notvorrat zum Einsatz. Pro Person werden mindestens 9 Liter Trinkwasser empfohlen. Dieses Wasser dient in erster Linie dem Trinken und der notwendigsten Nahrungszubereitung. Sobald absehbar ist, dass die Trinkwasserversorgung länger als drei Tage unterbrochen bleibt, werden zusätzlich die Notfalltreffpunkte aktiviert. Dort erhalten Sie aktuelle Informationen zur Lage, konkrete Handlungsempfehlungen sowie Antworten auf Fragen aus der Bevölkerung. Not-Trinkwasser-Abgabe ab dem vierten Tag Ab dem vierten Tag nach Ausfall der regulären Versorgung richtet die Gruppenwasserversorgung GOW in Zusammenarbeit mit den GFO Not-Trinkwasser-Abgabestellen ein. An diesen Stellen kann die Bevölkerung vier Liter Trinkwasser pro Person und Tag beziehen (sogenanntes Holprinzip). Damit dieser Bezug reibungslos funktioniert, ist es wichtig, dass jede Person über geeignete, saubere Gefässe für den Transport und die Lagerung von Trinkwasser verfügt. Um eine gleichmässige Verteilung zu gewährleisten und lange Wartezeiten zu vermeiden, wurden im gesamten Verbandsgebiet acht Abgabestellen definiert. Die
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjk4MTY2