Geroldswil Gemeindenachrichten 2/26

58 Parteien Alt-Gemeindepräsident Theo Quinter verstorben Die FDP trauert um den Verlust des langjährigen, sehr verdienstvollen ehemaligen Gemeindepräsidenten von Geroldswil. Theo Quinter wurde am 17. Januar 1928 als Sohn von Josef und Pia Quinter-Schröter in Wattwil (Kanton St. Gallen) geboren. Er wuchs als Erstgeborener mit seinen vier Geschwistern Roman, Renate, Jörg und Hans auf. Theos Vater war Bankangestellter und streng mit seinen fünf Kindern. Seine Grosseltern führten eine Metzgerei in Wattwil. In einem Lehrbetrieb im Berner Seeland erlernte er gründlich den Beruf eines Metzgers. Nebst dem Schlachten und Wursten musste die Ware aber auch verkauft werden. Theo merkte bald, dass er auch ein guter Verkäufer war, was seinem Lehrmeister nicht verborgen blieb. Als Theo seine zukünftige Ehefrau Claire kennenlernte, arbeitete er in der Metzgerei Bächtold in Zürich Oerlikon. Am 14. Januar 1949 folgte die Heirat. Nach der Geburt seiner beiden Söhne Hans-Peter und Georges reiste Theo Quinter mit einem Berufskollegen nach Brasilien, um einen Metzgereibetrieb aufzubauen, was allerdings missglückte. Nach seiner Rückkehr kam er in Kontakt mit dem Darmhandel, der ihn inskünftig erfolgreich beschäftigte. Auch in dieser Hinsicht machte Theo Quinter keine halben Sachen. In der Zwischenzeit wuchs auch die Familie weiter: 1960 folgte Tochter Isabelle. Die junge Familie zog am 1. September 1960 nach Geroldswil. Hier integrierte er sich mit seiner Familie sehr schnell. Bereits 1962 wurde er in den Gemeinderat gewählt und mit seiner Omnipräsenz war es fast selbstverständlich, dass er schon 1963 als Gemeindepräsident von Geroldswil gewählt wurde. Er suchte einen Gemeindeschreiber, der ihm in den kommenden, herausfordernden Jahren eine grosse Stütze für die Umsetzung seiner vielen Ideen sein könnte. Urs Hänggi kam von Bern und nahm die Stelle des Gemeindeschreibers an. Er war für Theo Quinter die massgebende Unterstützung, um die vielen neuen Herausforderungen bewältigen zu können. Geroldswil wandelte sich vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde. Für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben stellten Zugezogene die Mehrheit im Gemeinderat. Derselbe wurde von fünf auf sieben Mitglieder erhöht. Die Gemeinde- und Bauordnung sowie sämtliche Reglemente wurden der neuen Zeitperiode angepasst. Die letzten Reben verschwanden aus dem Dorfbild, so dass Geroldswil aus dem kantonalen Rebkataster gestrichen wurde. 1967 lancierte die Gemeinde einen Ideenwettbewerb für ein grosszügiges Gemeindehaus/Mehrzweckgebäude mit Restaurant, Laden und Kiosk sowie den zentralen Dorfplatz mit Unterniveaugarage. Die Fertigstellung und der Einzug der Verwaltung erfolgten 1972. Im gleichen Jahr, am 3. September 1972, konnten auch die St. Johanneskirche und die Post eingeweiht werden. Bei knapp 3000 Einwohnern wurde 1972 zudem der grösste je beantragte Kredit von 15 Millionen Franken für Hotel, Restaurant, Saal, Hallenbad, (Alters-)Wohnungen und Bankfiliale genehmigt. Dies war der Startschuss für eine über Strassen, Wasserleitungen, Fernsehkabel usw. hinausgehende Infrastruktur, welche breite Bedürfnisse einer Wohngemeinde abdeckt. 1974 konnte das Primarschulhaus Huebwies eingeweiht werden. 1975 folgte schliesslich die Einweihung der fertiggestellten Zentrumsbauten der Gemeinde mit einem grossen Dorffest. Im gleichen Jahr wurde in der Fahrweid die Poststelle 8951 eröffnet. 1977 wurde die reformierte Kirche und auch die in deren Räumlichkeiten untergebrachte öffentliche Schul- und Gemeindebibliothek eingeweiht. Für diesen umfangreichen Umbau der Gemeinde Geroldswil von einem Bauerndorf zu einer Agglomerationsgemeinde zeichnete hauptsächlich Theo Quinter verantwortlich. Mit einem Landerwerb im Industriegebiet im Jahr 1982 konnte die Gemeinde ab 1983 die Ansiedlung von

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