Geroldswil Gemeindenachrichten 2/26

8 Gemeinde Strukturieren – Planen – Entscheiden: Massnahmen Finanzen Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2025 Der Stimmbürger hat immer recht! Diesem Prinzip folgend, hat der Gemeinderat nach der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2025 den Auftrag aufgenommen, die ausgewiesenen Kosten im Budget 2026 zu bewirtschaften. Diese denkwürdige Gemeindeversammlung zählte 357 Stimmberechtigte aus der Gemeinde Geroldswil. Der grosse Geroldswiler Saal war zu klein, also mussten sämtliche Gäste aus dem Saal gewiesen werden. Der Gemeindepräsident fragte die versammelten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger um deren Einverständnis, die Gemeindeversammlung trotz überhöhter Belegung durchzuführen, was stillschweigend befürwortet wurde. Denn der Entscheid der Rechnungsprüfungskommission (RPK) der Politischen Gemeinde Geroldswil auf Ablehnung des Budgets 2026 sowie auf Ablehnung der Steuerfusserhöhung löste hitzige Diskussionen im Vorfeld, aber auch besonders während der Gemeindeversammlung aus. Voten mit zum Teil stossenden Aussagen erreichten den Gemeinderat bei einer insgesamt gereizten Stimmung. So wurden in der Folge die Erhöhung des Steuerfusses um fünf Prozent mit übergrossem Mehr abgelehnt, dem Budget 2026 mit 195 JaStimmen gegen 135 Nein-Stimmen dennoch zugestimmt. Damit konnte zumindest das drohende «Notbudget» verhindert werden. Seit dem Jahr 2020 zeigen sich Kostentreiber in den Bereichen «Gesundheit» mit den Ausgaben für die Pflegefinanzierung und in der «Wirtschaftlichen Sozialhilfe» mit den Ausgaben im Asylwesen sowie bei den Verwaltungskosten. Die Erhöhungen in diesen Bereichen zeigen den im Budget 2026 dargestellten Abfluss an liquiden Mitteln (Liquidität). Die beantragte Steuererhöhung hätte einen Teil dieses Liquiditätsabflusses auffangen sollen. In ihren Ausführungen bemängelte die RPK, dass im Budget 2026 ein kostenbewusster Umgang mit den vorhandenen Mitteln nicht ersichtlich sei. Die Kosten steigen weiter. Beispielsweise hat der Gesamtaufwand um 1,7 Prozent zugenommen, wobei allein der Personalaufwand eine Erhöhung von 6,5 Prozent ausweist. Auch erachtet die RPK die Einlage in den Liegenschaftenfonds als zu hoch und fordert eine Reduktion um etwa 23 Prozent. Strukturieren – Auftrag Kostenanalyse Der Gemeinderat hat den Auftrag der Gemeindeversammlung aufgenommen und sich in der Folge ernsthaft damit befasst. In einer ersten Analyse zeigt die Funktion «9 Finanzen und Steuern» über 11 Prozent beziehungsweise CHF 1 702 100.00 geringere Einnahmen. Dies konnte aufgrund der Ablehnung der Steuerfusserhöhung nicht mit neuen Einnahmen ausgeglichen werden. Der Gemeinderat hat sich nun mit den Ausgaben wie auch übrigen Einnahmen sehr detailliert befasst. In einem ersten Schritt wurden Sofortmassnahmen definiert wie ein Einstellungsstopp, der Stellenplan wurde analysiert, die Personalverordnung angepasst und die Kompetenz für Engagements von Springern erweitert. Gleichzeitig wurden die Ressortvorstände aufgefordert, ihre Ressortbudgets nach Einsparmöglichkeiten zu durchforsten, Effizienzsteigerungen zu erörtern und Einnahmequellen zu optimieren. Ebenfalls mussten die Investitionen auf ihre Prioritäten geprüft werden. Bei der Analyse in den einzelnen Ressorts mussten sowohl Schmerzgrenzen wie auch Tabus ausgesetzt werden. Jede Idee von möglichen Optimierungen war aufzulisten. Selbst schwierige, also gebundene Kosten wie die Pflegefinanzierung mussten betrachtet werden. Quelle: Präsentation Gemeindeversammlung 8. Dezember 2025

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