22 Gemeinde Vor einem Jahr engagierte Geroldswil eine Offene Jugendarbeit, die seither mit unzähligen Jugendlichen Kontakt geknüpft hat. Die Erfahrungen aus der ersten Hälfte der Pilotphase zeigen, wie wichtig die Präsenz der Jugendarbeitenden als Ansprechpersonen für Jugendliche im öffentlichen Raum ist. Durchschnittlich über vierzig Kontakte undGespräche proWoche, Fragen nach Befinden, Plänen und vorherrschenden Themen, ein Spässchen machen, basteln oder Spiele spielen. Das Vertrauen der Jugend einer ganzen Gemeinde zu gewinnen, erfordert eine Einsatzbereitschaft, die nur aufbringt, wer sich aufrichtig für die Jugendlichen interessiert. Den Jugendarbeitenden der MOJUGA Stiftung ist das im ersten von zwei Pilotjahren gelungen. Dabei sind sie nicht nur für die Geroldswiler Jugend wichtige Bezugspersonen geworden, sondern auch für die Jugendlichen der Nachbargemeinden, die sich regelmässig im Dorfzentrum aufhalten. Dass der Start erfolgreich verlief, ist auch den Jugendlichen zu verdanken, die das Gesprächsangebot in der Regel freudig angenommen und sich den Jugendarbeitenden anvertraut haben. «Wir haben viele offene Jugendliche getroffen, die positiv auf uns reagieren und sich für unsere Angebote interessieren», freut sich Jugendarbeiter Eduard Cam. Neben den jugendtypischen Themen wie Liebe, Freundschaft, Schule und Eltern kam öfter die Frage nach geeigneten Aufenthaltsorten zur Sprache. Dieses Thema birgt in Geroldswil grösseres Konfliktpotenzial als anderswo, da die Gemeinde dicht bebaut ist und kaum Freiräume mit Rückzugsmöglichkeiten als potenzielle Treffpunkte für Jugendliche vorhanden sind. Seit Herbst gibt es auch keine räumlichen Angebote mehr. Eduard Cam erzählt von den Reaktionen darauf: «In vielen Gesprächen hat sich der Wunsch nach eigenen Räumen, vor allem in der kalten Jahreszeit, deutlich herauskristallisiert.» Viel Druck auf öffentlichen Raum Dazu kommt , dass Jugendliche aus den Nachbargemeinden mangels geeigneter Treffpunkte und Räume ameigenenWohnort ebenfalls nach Geroldswil kommen. Aus Gesprächen wissen die Jugendarbeitenden, dass Jugendliche imöffentlichen Raumnicht stören wollen. Sie halten sich aber gerne dort auf, wo etwas los ist, und fühlen sich nach wiederholtenWegweisungen dort nicht willkommen. Jugendarbeit mit Ausstrahlung
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